Der Thurgau gehört nicht zu den lautesten Kantonen der Schweiz – auch wenn der Dialekt den Sprecher oder die Sprecherin bereits von weitem verrät. Der Kanton selbst ist eher leise. Er wirbt nicht mit Superlativen und verzichtet auf grosse Tumulte. Und genau deswegen ist der Thurgau so sympathisch. Ein Kanton für Menschen, die genauer hinschauen. Für jene, die Stille schätzen, Weite mögen und Freude an einfachen, gut gemachten Dingen haben. Hier ist wenig spektakulär. Aber vieles richtig.
(Bildquelle Titelbild: © Thurgau Bodensee / Ivo Scholz Photography)
Region und Landschaft
Der Thurgau liegt zwischen Bodensee, Untersee und sanften Hügeln. Die Landschaft ist offen, übersichtlich und einladend. Kein Kanton in der Schweiz wirkt so selbstverständlich zugänglich und einladend wie der Thurgau mit seinen weiten Feldern und offenen Zugang zum Wasser.
- Rund 1’000 Kilometer Wanderwege
- Rund 900 Kilometer Velorouten
- Über 62km Badestrand am Bodensee
Velofahren gehört hier fast schon zum Alltag. Genauso wie Spazieren, Baden oder einfach draussen sein. Hauptsache aktiv und gesund. Die Landschaft im Kanton lädt auch gerade dazu ein, sich draussen aufzuhalten.
Sogar in der nebligen Zeit ist man gerne draussen. So sehr, dass sogar das Tourismusbüro des Kantons auf ihrer Webseite eine Zusammenstellung von Dingen, die trotz Nebel auch draussen unternommen werden können. Selbstironisch betitelt: „Dehei ide Nebelsuppe„.

Apfelkanton – Der Frühling ist weiss-rosa und der Sommer grün-rot
Der Thurgau ist der Apfelkanton der Schweiz. Kaum ein anderer Kanton wird so stark mit Obstbau in Verbindung gebracht – und dies schon seit Jahrhunderten. Bereits im 16. Jahrhundert wurde der (Birnen-)Most aus dem Thurgau in Schriftstücken gelobt und Mitte des 19. Jahrhunderts dürfte über die Hälfte des Ertrags der über 700’000 Apfel- und Birnbäumen zu Most verarbeitet worden sein. Dies veranlasste den „Postheiri“ (eine Satirezeitung aus dem Solothurn) in einer Ausgabe mit verschiedenen verballhornten Regions- und Städtenamen, den Thurgau „Mostindien“ zu betiteln. Eine Zusammensetzung aus „Most“ und „Ostindien“ die sich als einzige aus dem Postheiri beinahe 200 Jahre später immer noch wacker hält.
Auch optisch sieht man dem Kanton die Apfelkultur an. Im Frühling verwandeln sich ganze Landstriche in ein zartrosa Blütenmeer. Tausende Apfelbäume stehen in voller Blüte und tauchen die Landschaft in eine fast unwirkliche Stimmung die der Kirschblütenzeit in Japan durchaus Konkurrenz macht.. Es ist die Zeit, in der selbst eingefleischte Thurgauerinnen und Thurgauer kurz stehen bleiben und die Natur in vollen Zügen geniessen.


Warum gehört der Thurgau zu oberst ins kantönligeischt-Ranking?
Der Thurgau gehört mit seinem guten Obst sicher zu den gesundesten Kantonen der Schweiz. Das alleine sollte schon viele Pluspunkte geben. Dazu kommt noch die wunderschöne Landschaft, die langen Badestrände und der Fakt, dass sogar der Kaiser von Frankreich, Napoleon III, Thurgauerdialekt sprach.
“Nur schon die Aussprache von ‚Eodbeotöatli‘ sollte uns die Krone bringen!”
Thurgauer Fan von kantönligeischt.


